Die Matrosenstation – Zeitfenster in die deutsche, brandenburgische und preußische Geschichte

Ausschnitt aus dem Potsdamer Stadtplan von 1890

Lageplan der Matrosenstation, 1929

Kaiser Wilhelm II. (mit Zigarre) auf seiner Nordlandfahrt 1905

Die Ventehalle von der Seeseite

Die Ventehalle um 1894

Kaiserliche Matrosenstation Kongsn%aelig;s mit Miniaturfregatte „Royal Louise“, um 1900

Die norwegische Visitenkarte in der Potsdamer Kulturlandschaft

Bereits seit 1841 betrieb das preußische Königshaus hier eine durch militärisches Personal betriebene Station als Ausgangs- und Versorgungsstation für Lustfahrten. Im Jahre 1890 fasste Kaiser Wilhelm II., der "Reisekaiser", nach einer seiner alljährlichen Nordlandfahrten den Entschluss, seine Matrosenstation am Potsdamer Jungfernsee im "norwegischen" Drachenstil umbauen zu lassen. Vorbild war ein Restaurant des Stadtbaumeisters Holm Hansen Munthe in Kristiania (heute Oslo). Von 1892 bis 1896 wurden Empfangspavillon (Ventehalle), Bootshaus, Matrosenkaserne und das Schiffsführerhaus erbaut. Der Architekt ließ die Gebäudeteile in Norwegen vorfertigen und in Potsdam aufbauen.

Die Kaiserliche Matrosenstation war das „Seglerheim der Hohenzollern“. Der Kaiser selbst segelte leidenschaftlich gern und entwarf Schiffe wie den eigenen Vergnügungsdampfer ("Alexandria"). Ausfahrten, Regatten sowie vielfältige wassersportliche Aktivitäten fanden hier statt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Matrosenstation ab 1923 von den Havelmitgliedern des Kaiserlichen Yacht-Clubs genutzt. Die Steganlagen am historischen Ort wurden modern ausgebaut, um sie den Bedürfnissen der Freizeitsegler anzupassen.

In den letzten Kriegstagen 1945 brannten das kleine Bootshaus am Jungfernsee und die Ventehalle (wohl in Folge von Artilleriebeschuss) ab und blieben zerstört. Die letzten Gebäudereste wurden vermutlich 1961 abgetragen, denn an dieser Stelle verliefen die Grenzanlagen der DDR. Das Gelände war für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Seit der Wende und der Grenzöffnung 1989 ist der Zugang zum Jungfernsee nun wieder möglich.



Blick auf die Grenzanlagen von der Villa Schüningen

Die Schwanenallee an der Glienicker Brücke unmittelbar nach der Grenzöffnung

Das Restaurant in Kristiania (Oslo) entstand als Zwillingsprojekt zeitgleich mit der Ventehalle in Potsdam.

Das Bootshaus

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